„Unglaubliche Dynamik“ an der OTH Regensburg

21.12.2018
Von: Stabsstelle Hochschulkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Beim Dies academicus konnte Präsident Prof. Dr. Wolfgang Baier von vielen Erfolgen 2018 berichten. Während Wissenschaftsminister Bernd Sibler die Lehre als Kerngeschäft betonte, ermunterte Festredner Dr. Tobias Gantner zu Innovationen.

Bernd Sibler, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, betonte auf dem Dies academicus 2018 an der OTH Regensburg, dass die Lehre das „Brot- und Buttergeschäft“ der Hochschulen sei.

Bernd Sibler, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, betonte auf dem Dies academicus 2018 an der OTH Regensburg, dass die Lehre das „Brot- und Buttergeschäft“ der Hochschulen sei.

Jahresrückblick: Prof. Dr. Wolfgang Baier, Präsident der OTH Regensburg, berichtete von den Erfolgen im Jahr 2018.

Jahresrückblick: Prof. Dr. Wolfgang Baier, Präsident der OTH Regensburg, berichtete von den Erfolgen im Jahr 2018.

Viola Schneider, Studierendenvertreterin der OTH Regensburg, bei ihrem Grußwort der Studierendenvertretung.

Viola Schneider, Studierendenvertreterin der OTH Regensburg, bei ihrem Grußwort der Studierendenvertretung.

Die Digitalisierung ist für Dr. med. Tobias Daniel Gantner, Geschäftsführer HealthCare Futurists GmbH, nicht vom Himmel gefallen, machte er in seiner Festansprache deutlich.

Die Digitalisierung ist für Dr. med. Tobias Daniel Gantner, Geschäftsführer HealthCare Futurists GmbH, nicht vom Himmel gefallen, machte er in seiner Festansprache deutlich.

Preisvergabe der Otto Helmut und Alice Eckl-Stiftung mit Präsident Prof. Dr. Wolfgang Baier (links), Dipl. Betriebswirt Peter Siewert (2. von links) und Dr. Klemens Martin (rechts).

Preisvergabe der Otto Helmut und Alice Eckl-Stiftung mit Präsident Prof. Dr. Wolfgang Baier (links), Dipl. Betriebswirt Peter Siewert (2. von links) und Dr. Klemens Martin (rechts).

Von links: Präsident Prof. Dr. Wolfang Baier, Preisträgerin Prof. Dr. Birgit Rösel, Gert Wölfel und der Bayerische Wissenschaftsminister Bernd Sibler.

Den "Preis für gute Lehre", verliehen von der Stiftung zur Förderung der Hochschule Regensburg, erhielt Prof. Dr. Birgit Rösel von der Fakultät Elektro- und Informationstechnik. Von links: Präsident Prof. Dr. Wolfang Baier, Preisträgerin Prof. Dr. Rösel, Gert Wölfel und der Bayerische Wissenschaftsminister Bernd Sibler. Fotos: OTH Regensburg / Florian Hammerich

[BILDERGALERIE]

„Ziele übererfüllt“ – so lautet die sehr erfolgreiche Bilanz von Präsident Prof. Dr. Wolfgang Baier anlässlich des "Dies academicus am 13. Dezember 2018, zu dem rund 300 Gäste an die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) gekommen waren. Dafür, dass die OTH Regensburg die mit dem bayerischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst vereinbarten Ziele für die Jahre von 2014 bis 2018 „mit einem Erfüllungsgrad von 156 Prozent“ erreicht hat, erhält sie künftig eine Million Euro mehr. Darauf könne die Hochschule stolz sein, so Präsident Prof. Dr. Baier.

In seinem Jahresrückblick sprach der Präsident von zwei Leitthemen der OTH Regensburg, die wichtig seien, um „die strategischen Weichen“ für die Zukunft zu stellen: die Digitalisierung und der Themenkomplex Medizin und Gesundheit. Passend dazu hielt Dr. med. Tobias Daniel Gantner, Geschäftsführer von HealthCare Futurists GmbH, die Festansprache mit dem Titel „Via dolorosa digitalis: Der steinige und steile Weg zur Nahtlosigkeit in der Medizin“.

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung waren die Preisverleihungen. Sechs Stiftungen vergaben Preise an 37 Studierende im Wert von insgesamt 55.000 EUR. Den Preis für gute Lehre der Stiftung zur Förderung der Hochschule Regensburg in Höhe von 3.000 EUR bekam Prof. Dr. Birgit Rösel von der Fakultät Elektro- und Informationstechnik; die Laudatio hielt Dipl.-Kfm. Gert Wölfel, Vorstandsvorsitzender der Stiftung.

Die Lehre sei „das Brot- und Buttergeschäft“ der Hochschulen

Mit Blick auf die Preise und vor allem den Preis für gute Lehre betonte der bayerische Wissenschaftsminister Bernd Sibler, dass die Lehre „das Brot- und Buttergeschäft“ der Hochschulen sei. Er wünsche sich, dass nicht nur Wissen, sondern auch soziale Kompetenz vermittelt werde. „Junge Menschen sollen für andere auch Verantwortung übernehmen“, so Wissenschaftsminister Sibler. Er wünsche sich „Querdenker, Problemlöser, Kreative“.

In den vergangenen Jahren seien rund 100 Millionen EUR in die OTH Regensburg investiert worden, so Sibler, er versprach jedoch: „Je mehr geht, desto besser. Ich bin dabei“, so Sibler im Hinblick auf weitere anstehende Neubauten und Investitionen in die Sanierung von Gebäuden. Regensburg sei für ihn der unmittelbare Heimatbereich und er „unkte“, dass man sich der „Dynamik“ der OTH Regensburg kaum entziehen könne. 

Bereits drei Mal sei ihm am heutigen Tag die OTH Regensburg schon vor dem Dies academicus begegnet: angefangen von einem Gespräch mit Dr. Stephan Ötzinger vom bayerischen Wissenschaftsausschuss in der U-Bahn über das erfolgreiche Projekt FORMUS3IC in der Sitzung der Bayerischen Forschungsstiftung bis hin zu einer Kooperation im Bereich Alterstraumata, welche Thema bei einer vorangegangenen Sitzung des Bayerischen Roten Kreuzes gewesen sei.

Jahresrückblick des Präsidenten

Eine „unglaubliche Dynamik“ attestierte Präsident Prof. Dr. Wolfgang Baier der OTH Regensburg bei seinem Jahresrückblick. Er berichtete von einzelnen Höhepunkten des Jahres 2018 wie das fünfjährige Jubiläum des OTH-Verbunds, das 60-jährige Jubiläum des Vereins der Freunde, dem erhaltenen Coporate Design Award, der Auszeichnung des start-up centers als „Ort im Land der Ideen“ und dem Start des Verbunds „TRIO“ im Zuge der Bund-Länder-Förderinitiative „Innovative Hochschule“.

Anhand von zwei Leitthemen „Digitalisierung“ und „Medizin und Gesundheit“ schilderte Präsident Prof. Dr. Baier des Weiteren wichtige aktuelle Entwicklungen der OTH Regensburg. In Sachen Digitalisierung verwies der Präsident darauf, dass die OTH Regensburg die „größte Informatikkompetenz“ in Bayern nach der Technischen Universität (TU) München und der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg besitzt. Im aktuellen CHE-Ranking belegt die OTH Regensburg mit ihrer Informatik deutschlandweit Platz eins unter den Hochschulen.

2018 ist die Regensburg School of Digital Sciences mit vier Professuren gegründet worden, die nun an den acht Fakultäten der OTH Regensburg unterrichten werden. Das neue Zentrum „Digitale Lehre“ wird ferner die Professorenschaft dabei unterstützen, deren Lehrinhalt digital weiterzuentwickeln. Zwei Stiftungsprofessuren gibt es aktuell im Bereich Digitalisierung in jüngster Zeit an der OTH Regensburg: die Professur „Digitalisiertes Bauen“ und die Professur „Künstliche Intelligenz in der additiven Fertigung“. Im Sommer 2018 ist der neue Master Informationstechnologie gestartet und 2019 kommt der Master Digital Entrepreneurship. Es sei der Bildungsauftrag der OTH Regensburg, so Präsident Prof. Dr. Baier, den Studierenden Informatik- und Digitalisierungskompetenz und darüber hinaus gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgeentwicklungen zu vermitteln.

Hohes Innovationspotenzial für die Hochschule

Um das zweite Zukunftsthema der OTH Regensburg strukturell an der Hochschule zu verankern, wurde 2018 das Regensburg Center of Health Sciences and Technologies (RCHST) gegründet, berichtete Präsident Prof. Dr. Baier. Vom Ministerium erhält die OTH Regensburg künftig jährlich 650.000 EUR extra an Geld dafür. Präsident Prof. Dr. Baier verspricht sich durch das RCHST hohes Innovationspotenzial für die Hochschule.

Auch bei dem Thema „Medizin und Gesundheit“ stünde die OTH Regensburg bereits mehr als gut da, so Präsident Prof. Dr. Baier: beim CHE-Ranking der Pflegewissenschaft schaffte es die OTH Regensburg mit ihren Studiengängen bundesweit – unter Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften – auf Platz drei. Vier Stiftungsprofessuren zählt die OTH Regensburg im Bereich „Medizin und Gesundheit“, im Sommer 2018 startete der Master „Advanced Nursing Practice“ und 2019 startet der Studiengang Hebammenkunde.

Bei all der Dynamik merkte der Präsident auch an, dass die OTH Regensburg jetzt nicht mehr weiterwachsen könne, da es an Platz und Personal mangele. 2018 zählte die OTH Regensburg 11.500 Studierende – „ein Allzeithoch“. Zwar sind die Neubauten Architektur und Verwaltung im Entstehen – 2018 fand die Grundsteinlegung statt – und die OTH Regensburg könne auch weiterhin den Standort Prüfening nutzen. Dies reiche jedoch nicht aus und so bat Präsident Prof. Dr. Baier darum, im Doppelhaushalt 2019/2020 vom Freistaat berücksichtigt zu werden. Präsident Prof. Dr. Baier bedankte sich abschließend bei allen, die zum Erfolg der OTH Regensburg beigetragen hätten, erwähnte jedoch auch, dass sich die OTH Regensburg weiter anstrengen müsse.

Ohne Widerstand sind keine Innovationen möglich  

Festredner Dr. med. Tobias Daniel Gantner, Geschäftsführer HealthCare Futurists GmbH, brach eine Lanze für Innovationen, vor allem Innovationen in der Medizin. „In Deutschland dauern Innovationen in der Medizin richtig lange“, so Dr. Gantner. Dazu erklärte er das Deutsche Gesundheitswesen, dessen Anforderungen wie die TÜV-Zertifizierung und dessen Protagonisten, wie den Gemeinsamen Bundesausschuss und den GKV-Spitzenverband und den „goldenen Druckknopf“ die Privat-Versicherten. Die Digitalisierung sei vergleichbar mit einem Tornado, so Dr. Gantner. Und sie sei seiner Meinung nach auch nicht vom Himmel gefallen; die Erfindung des Buchdrucks sei für ihn vergleichbar mit Google, beides erzeuge Widerstand. Algorithmen sind für ihn nur eine neue Version von Formeln.

Ohne Widerstand sind Innovationen nicht erfolgreich, so Dr. Gantner, denn entweder habe sie dann schon jemand anderes gemacht oder es sei keine interessante Innovation. Er ermunterte die Studierenden zu Innovationen. Dazu gehöre es, aus seiner Komfortzone zu treten und auch zu scheitern: „Man muss scheitern, um gescheit zu werden“, so Gantner. Er empfahl jedoch: „Bleiben Sie bei Ihrer Idee“. Er berichtete von Innovationen aus dem Bereich Medizin: die Nackenstütze im Auto, die das EKG misst, Medikamente aus dem 3-D-Drucker, „OhneArztpraxen“ und „tiptoi“ für Patientinnen und Patienten.

Ihm machen Innovationen Spaß und er hoffe, dass sich die Medizin schneller von der evidenzbasierten zu einer computerbasierten Medizin entwickeln möge als zum Beispiel die Statik, die dazu über 3.000 Jahre gebraucht habe.  

Stiftungen verleihen Preise an 37 Studierende

Unter dem Motto „Wir haben viel erreicht, Sie haben viel erreicht“ gratulierte Viola Schneider im Namen der Studierendenvertretung allen Preisträgerinnen und Preisträgern und berichtete dann von den Erfolgen der Arbeit der Studierendenvertretung im Jahr 2018. Eine neue Leseterasse, WLAN für die Mensa, verlängerte Öffnungszeiten bis 1:00 oder 2:00 Uhr nachts in der Hochschulbibliothek. Sie erwähnte die Zusammenarbeit mit der Hochschule am neuen "Leitbild der Lehre" und kündigte ein nachhaltiges Konzept zur Verbesserung der Mülltrennung an der OTH Regensburg an.

„Potenzial nach oben“ attestierte sie dem Verkehrskonzept Regensburgs und brachte als Idee eine Seilbahn ins Spiel, welche die Studierenden vom Bahnhof zum Campus bringen könnte. Sie forderte alle dazu auf, das Leben am Campus mitzugestalten.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung verliehen folgende Stiftungen Preise an insgesamt 37 Studierende der OTH Regensburg: Otto Helmut und Alice Eckl-Stiftung (38.000 EUR), Stiftung zur Förderung der Hochschule Regensburg (6.000 EUR), Christa-Lindner-Stiftung (55.000 EUR), Volksbank Raffeisenbank Regensburg-Schwandorf eG (2.500 EUR), Soroptimist International Club Regensburg (1.500 EUR) und der Biopark (1.500 EUR). Im Jahr 2018 haben weitere Förderinnen und Förderer sowie Stifterinnen und Stifter Preise in Höhe von insgesamt 174.100 EUR gestiftet.

Informativ, spannend und kurzweilig zugleich

Zur kurzweiligen Gestaltung des Dies academicus trugen außerdem bei: Vizepräsident Prof. Dr. Thomas Fuhrmann mit seiner Begrüßung, Vizepräsidentin Prof. Dr. Klaudia Winkler, sie verlieh die Preise an die Studierenden, Kanzler Peter Endres für seine Schlussworte und Prof. Dr. Christine Süß-Gebhard, die den Dies academicus moderierte. Für das musikalische Rahmenprogramm sorgte das Streichquartett der Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik Regensburg.

Über seine Arbeit und seinen Preis sprach Johannes Meier in einem Video, der sich in diesem Jahr über den Biopark Innovationspreis freuen kann.

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