Studientag "Verantwortungsvolle Unternehmensführung" war gut besucht

19.11.2015
Von: Prof. Dr. Sonja Haug, Sprecherin des OTH Forschungsclusters ETN

Den gemeinsamen Studientag der OTH Regensburg und OTH Amberg-Weiden zum Thema "Verantwortungsvolle Unternehmensführung - Zwischen ethischen Ansprüchen und ökonomischer Realität" besuchten mehr als 100 Studierende aus beiden Hochschulen.

Die Podiumsdiskussion gab den Studierenden die Möglichkeit Fragen an die Referenten/in zu stellen: (von links) Prof. Dr. Sean Patrick Saßmannshausen, Georg Hoffmann, Silvia Ohms, Prof. Dr. habil. Michael S. Aßländer, Dr. Jürgen Helmes, Prof. Dr. Thom

Die Podiumsdiskussion gab den Studierenden die Möglichkeit Fragen an die Referenten/in zu stellen: (von links) Prof. Dr. Sean Patrick Saßmannshausen, Georg Hoffmann, Silvia Ohms, Prof. Dr. habil. Michael S. Aßländer, Dr. Jürgen Helmes, Prof. Dr. Thomas Falter. Foto: Alena Wackerbarth.

Das OTH-Forschungscluster „Ethik, Technologiefolgenforschung und Nachhaltige Unternehmensführung“ (ETN) hat am 7. November 2015 zum Studientag "Verantwortungsvolle Unternehmensführung – Zwischen ethischen Ansprüchen und ökonomischer Realität" (ETN) an die OTH in Regensburg geladen. Mehr als 100 Studierende der OTH Regensburg und der OTH Amberg-Weiden nahmen daran teil. 

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Austausch zwischen Theorie, Forschung und Praxis über Fragen der Unternehmensverantwortung. Erstmalig veranstaltete der Forschungscluster im Jahr 2014 in Weiden einen Studientag für Studierende unterschiedlicher Fächer der OTH in Regensburg und Amberg-Weiden.

Der Präsident der OTH Regensburg, Prof. Dr. Wolfgang Baier, betonte in seiner Begrüßung, dass die Veranstaltung ein Beleg für die standortübergreifende Zusammenarbeit und die Berücksichtigung sozial- und betriebswissenschaftlicher Aspekte im OTH-Verbund sei.

Nach einer Einführung durch die Vizepräsidentin der OTH Amberg-Weiden, Prof. Dr. Christiane Hellbach, sowie Prof. Dr. habil. Sonja Haug (OTH Regensburg, Sprecherin des Forschungsclusters) standen vier Vorträge auf dem Programm, um die Thematik aus Theorie, Forschung und Praxis zu beleuchten. Prof. Dr. habil. Karsten Weber (OTH Regensburg) moderierte die Veranstaltung. 

Prof. Dr. habil. Michael S. Aßländer (TU Dresden; IHI Zittau) führte in seinem kritischen Vortrag „Business Ethics and Ethics Business“ über die Verbindung zwischen Ethik und Geschäft aus, dass ethisch zu handeln inzwischen vielfach als Schritt auf dem Weg zum Unternehmenserfolg gesehen wird. Ein Überdenken der ökonomischen Entscheidungslogik im Unternehmen fände in der Praxis nicht statt. 

Wie Unternehmensverantwortung aus der Perspektive der Unternehmen aussehen kann, wurde am Beispiel des Nachhaltigkeitsmanagements zweier Unternehmen der Nahrungsmittelbranche vorgestellt. Der Vortrag von Georg Hoffmann, Nachhaltigkeitsmanager bei Ritter Sport, beschäftigte sich mit einem „Verträglichen Umgang mit der Ressource Mensch bei Ritter Sport“ in Deutschland wie auch in Nicaragua. Sein Fazit: „Arbeit muss Spaß machen.“

Silvia Ohms, Nachhaltigkeitsbeauftragte bei Neumarkter Lammsbräu, zeigte den Weg „Vom Umwelt- zum Nachhaltigkeitsmanagement – der Weg einer mittelständischen Bio-Brauerei“ auf. Das Neumarkter Unternehmen Lammsbräu setzt hierbei konsequent und erfolgreich auf biologische und regional gewonnene Rohstoffe. 

„Der ehrbare Kaufmann – Ist er (noch) zeitgemäß?“

Der letzte Impulsvortrag behandelte die Frage ethischer Normen bei Unternehmern, Managern und der Bevölkerung im europäischen Vergleich. Auf Basis des European Social Survey untersuchte Prof. Dr. Sean Patrick Saßmannshausen (OTH Regensburg, Leiter Start-up Center) in seinem Beitrag „Unternehmerethik: Eine vergleichende Studie aus 20 Europäischen Ländern – und Erklärungsversuche“ inwieweit Unterschiede im ethischen Handeln zwischen Unternehmern, Managern und der Bevölkerung bestehen. Für die Hochschulausbildung in der Betriebswirtschaft ergibt sich die Frage: „Der ehrbare Kaufmann – Ist er (noch) zeitgemäß?“. Im neuen Studierendenhaus der OTH Regensburg präsentierten Studierende von Prof. Dr. Sean Patrick Saßmannshausen hierzu eine Ausstellung. 

Zum Schluss gingen im Rahmen einer Podiumsdiskussion alle Referenten und die Referentin auf die Fragen der Studierenden ein. Teilnehmer waren auch Dr. Jürgen Helmes, Geschäftsführer der IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim, der die Position der regionalen Unternehmen und die wichtige Rolle der IHK darlegte, und Prof. Dr. Thomas Falter (Wissenschaftlicher Leiter des IAFW, OTH Regensburg). "Verantwortliches Verhalten", so Prof. Dr. Falter, "beginnt bereits im Studium. Einigkeit besteht darin, dass die Herausforderungen sowohl für Unternehmer/innen, Manager/innen wie auch alle anderen darin besteht, ein stärkeres Bewusstsein zu entwickeln."

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