„Interkulturalität (be)lebt“ - am Vierten Interkulturellen Tag 2017

16.01.2017
Von: INTCOM

Unter diesem Motto veranstaltete der Förderverein für interkulturelle Kommunikation INTCOM am 14. Januar 2017 bereits den vierten Interkulturellen Tag an der OTH Regensburg. Der Tag bot die ideale Gelegenheit zum Austausch mit Experten und Expertinnen sowie Teilnehmern und Teilnehmerinnen über die belebende Wirkung von Interkulturalität.

Interkultureller Tag 2017: Workshop „Von der Erfahrung zur Kompetenz -  Reflexionsworkshop für interkulturelle Begegnungen“ von Ulrich Hößler

Interkultureller Tag 2017: Workshop „Von der Erfahrung zur Kompetenz - Reflexionsworkshop für interkulturelle Begegnungen“ von Ulrich Hößler.

Interkultureller Tag 2017: Teilnehmer der Podiumsdiskussion (von links:  Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Prof. Dr. Wolfgang Baier, Werner Zierer, Heike Abt, Cornelia Horsch, Eduard Kremen, Prof. Dr. Wilfried Dreyer, Gulchachak Bagautdinova)

Interkultureller Tag 2017: Teilnehmer der Podiumsdiskussion (von links: Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Prof. Dr. Wolfgang Baier, Werner Zierer, Heike Abt, Cornelia Horsch, Eduard Kremen, Prof. Dr. Wilfried Dreyer, Gulchachak Bagautdinova). Fotos: OTH Regensburg

Auf die Begrüßung durch den Alumni-Verein der Regensburger Zusatzausbildung „Internationale Handlungskompetenz" INTCOM e.V., durch Regensburgs zweite Bürgermeisterin Getrud Maltz-Schwarzfischer sowie durch Vizepräsident Prof. Dr. Thomas Fuhrmann und durch Dekan Prof. Dr. Oliver Steffens von der OTH Regensburg folgte ein vielfältiges Programm mit Vorträgen und Workshops sowie einer abschließenden Podiumsdiskussion.

In seinem Vortrag "Integration statt Rassismus" erläuterte Prof. Dr. Wilfried Dreyer wie Integration gelingen kann. Zeitgleich im Nebenraum berichtete Dr. Christian Blank, Inhaber einer internationalen Arztpraxis in Regensburg, in seinem Vortrag "Schwindel auf Arabisch - Interkulturelle Diagnostik in der Medizin" von seinen Erfahrungen und Beobachtungen zu Interkulturalität in der internationalen Medizin. Dass Interkulturalität auch im Bereich Pflege und Palliativversorgung eine Rolle spielt, war bei Daniela Weiß´ Workshop "Interkulturalität im Alter" erfahrbar, die in diesem Bereich arbeitet und forscht.

Auf die Frage, welche Methoden helfen können, in einem interkulturellen Kontext Missverständnisse zu erkennen oder zu vermeiden sowie die eigene Interkulturelle Kompetenz zu erkunden, konnten Teilnehmer und Teilnehmerinnen in Workshops durch Selbstreflexion eigene persönliche Antworten finden. Dabei wurden sie zum einen durch Ulrich Hößler zum anderen durch Julia Bürger angeleitet und unterstützt.

Das Thema Interkulturalität rückt gerade bei der Thematisierung von Geflüchteten in den Fokus. Heike Abt berichtete in ihrem Vortrag "Projekt Crossing Life Lines - Anwendung der internationalen Begegnungsforschung vor Ort - Geflüchtete treffen OberpfälzerInnen" über ein vom IKO-Institut durchgeführten Projekt, das den Jugend-Kulturförderpreis des Bezirks Oberpfalz 2015 gewonnen hat. Kristin Eissfeldt und Wilhelm Frenz beeindruckten die Zuhörer mit ihrem berührenden Vortrag über ihre ehrenamtliche Asylhilfe in Eichenau und ihre belebenden Erfahrungen dort. Es wurde sehr deutlich dargestellt, wie viel jeder Beteiligte bei solchen Projekten über sich aber auch über andere Menschen und andere Kulturen lernen kann und wie viel Helfer auch zurückbekommen. Ob auch das Kopftuch eine belebte Wirkung hat bzw. haben kann, diskutierte Dr. Astrid Utler in ihrem Vortrag.

Interkulturelle Kompetenz ist im Zeitalter der immer weiter fortschreitenden Globalisierung allgegenwärtig, wie zum Beispiel als Expatriat im Ausland, als Student bzw. Studentin im Ausland oder aber im Umgang mit Geflüchteten. Ob diese auch wirklich immer belebt, wie genau und wen, wurde bei der abschließenden Podiumsdiskussion mit verschiedensten Teilnehmern erörtert. Laut Cornelia Horsch, die in ihrem Betrieb Horsch Maschinen GmbH zehn Geflüchtete als Auszubildende aufnahm, geht es Deutschland nur deshalb so gut, weil es vom Ausland und den dadurch eröffneten Absatzmärkten lebt. Werner Zierer, Betriebsratvorsitzender von BMW Regensburg, war der Meinung, dass Interkulturalität das Zusammenleben in einer Welt, in der die wirklich existentiellen Probleme nur gemeinsam gelöst werden können, belebt. Dabei bezog er sich nicht nur auf die berufliche Integration von Geflüchteten, sondern auch auf Tätigkeiten im Ausland. Beispielsweise haben sich deutsche Mitarbeiter, die im asiatischen Raum tätig waren, schneller für Veränderungen geöffnet. Wichtig sei nicht unbedingt die Lektüre eines Buches, sondern die Erfahrung am eigenen Leib. Auch Eduard Kremen und Gulchachak Bagautdinova, beide Studierende mit Migrationshintergrund, konnten von der Bereicherung durch den gegenseitigen Austausch mit anderen Kulturen nur schwärmen.

Nachdem sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die belebende Wirkung von Interkulturalität einig waren, stellte sich natürlich die Frage, wie diese in der Gesellschaft verbreitet werden kann. Prof. Dr. Wolfgang Baier, Präsident der OTH Regensburg, betonte, dass aktiv auf Menschen zugegangen werden muss und Menschen wie beispielsweise Studierende und Lehrende aktiv nach Deutschland geholt werden sollten, um vom immensen Zugewinn an Wissen zu profitieren. Gertrud Maltz-Schwarzfischer betonte, dass nicht nur von „Problemen" und „Herausforderungen" gesprochen werden solle, sondern auch von „Chancen". Sie sprach dabei das Projekt „InMigra-KiD" (Integration von Migrantenkindern in Deutschland) und die internationale Jugendkonferenz an. Prof. Dr. Wilfried Dreyer betonte, dass es professionelle Wege gibt, durch Interkulturalität Synergien zu schaffen.

Die belebende Wirkung des Themas Interkulturalität, die während des ganzen Interkulturellen Tages 2017 zu spüren war, macht neugierig auf den Interkulturellen Tag 2018, der voraussichtlich Anfang Januar 2018 in den Räumlichkeiten der OTH Regensburg stattfinden wird. Abschließend bedankte sich der Verein INTCOM e.V. bei den Gästen und Sponsoren sowie dem studentischen Organisationsteam für die großartige Unterstützung bei der Gestaltung dieses erfolgreichen interkulturellen Tages.

Pressematerial der OTH Regensburg

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