"Everything is possible here …"

11.06.2007
Von: Claudia Feldmeier

Als Anreiz für Auslandsaufenthalte: Josef-Stanglmeier-Preise an Studierende der Fachhochschule Regensburg verliehen

 

Drei Preise zur Förderung eines praktischen Studiensemesters im Ausland und einen Preis für die beste studentische Innovation verleiht die Josef-Stanglmeier-Stiftung jährlich an hervorragende Studierende der Hochschule Regensburg. In den Genuss der Auslandspreise kamen in diesem Jahr Daniel Gruber, Fakultät Bauingenieurwesen, Michael Helou, Fakultät Allgemeinwissenschaften und Mikrosystemtechnik und Daniel Kessler, Fakultät Betriebswirtschaft.

Präsident Professor Eckstein unterstrich bereits bei seiner Begrüßung die Botschaft, die von der Preisverleihung ausging: "Besonderer Einsatz im Studium wird gefördert, Leistung wird gewürdigt". Er dankte dem stellvertretenden Stiftungsvorstand und Geschäftsführer Johannes Paintl, der die Josef-Stanglmeier-Stiftung im Sinne des Stifters und seiner Gattin Franziska Stanglmeier fortführt. Mit der Stiftung sei ein Anreiz für Auslandsaufenthalte geschaffen worden, der bis heute an Aktualität nichts eingebüßt habe.
"Deutschland braucht als rohstoffarmes Land nichts dringender als kluge Köpfe, die kreative Ideen entwickeln und darüber hinaus die Fähigkeit, den Mut und die Ausdauer mitbringen, diese auch in Innovationen umzusetzen", so Eckstein. Die Hochschulen legten ihr besonderes Gewicht auf den Anwendungs- oder Praxisbezug der vermittelten wissenschaftlichen Grundlagen. Um dies zu unterstützen habe Johannes Paintl mit der Josef-Stanglmeier-Stiftung zusätzlich den Innovationspreis für die beste studentische Innovation geschaffen.

Dieser Preis ging heuer an zwei Diplom-Wirtschaftsinformatiker: Stefan Brack und Daniel Wendleder für Ihre Diplomarbeit "Chipkartentechnologie für Dienste im Automobil".
In einem kurzen Vortrag stellten die Preisträger ihre Innovation vor. Das Projekt beschäftigt sich mit der Übertragung und der sicheren Konfiguration und Verwaltung vertraulicher Daten von und zu Servern oder Fahrzeugen.

Anerkennungspreise erhielten zudem Dipl.-Betriebswirt Markus Anthofer, Fakultät Betriebswirtschaft und Dipl.-Ing. Thomas Stetter.

Eckstein nutzte das hochkarätig besetzte Auditorium um kurz auf drei aktuellen Themenfelder an der Hochschule einzugehen: die Umstellung vom Diplom auf Bachelor- und Masterstudiengänge, die Schaffung zusätzlicher Studienplätze, um den künftig steigenden Abiturientenzahlen gute Studienbedingungen anzubieten und die Verwendung der neu eingeführten Studienbeiträge.

Johannes Paintl zeigte sich erfreut über die hervorragenden Leistungen der Preisträger. Die bisherige Ausbildung der Studierenden wolle die Stiftung mit einem Mosaikstein erweitern und den jungen Menschen die Möglichkeit eines Auslandssemesters bieten. Er brachte es mit einer Aussage der letztjährigen Preisträgerin Katrin Dietrich auf den Kern und zitierte aus deren Erfahrungsbericht: "Everything ist possible here - ist auf keinen Fall gleich zu setzen mit 'daheim ist's doch am Schönsten'. Man ist lediglich gewöhnt an das, was man an einem Tag aus seinem gewohnten Alltag erwartet. Wenn man dann im Ausland wohnt und auf nur wenig unterschiedliche Situationen trifft, wacht man auf und ist voller Überraschung, warum die Situation nicht nach dem gewohnten Schema funktioniert. Eine der wichtigsten Erfahrungen, die man aus einem Auslandsaufenthalt lernt. Man geht wieder neugierig durch die Welt und versucht vor allem, alles auch mal wieder aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Damit erlernt man nicht nur eine Fähigkeit, die einem beruflich enorm zugute kommt, sondern lässt einen auch in seiner Persönlichkeit wachsen und erntet dadurch ein großes Stück Lebenserfahrung".

Mittelpunkt der Veranstaltung war der Festvortrag "Interkulturelle Kompetenz: Schlüsselqualifikation für Wirtschaft und Gesellschaft" von Alexander Thomas, Professor em. der Universität Regensburg. Er stellte die Qualitätsanforderung der internationalen Zusammenarbeit heraus. Tolerant sein, reiche nicht mehr aus. 50 % der Personen, die im Ausland tätig seien, würden ihren Auslandsaufenthalt abbrechen. Er nannte einige Beispiele der Kommunikation in den unterschiedlichen Kulturen, die durch Unwissenheit zu Frustration führten. Wenn die Partner nicht aufeinander vorbereitet seien, komme es zu großen Verlusten.
Professor Thomas gab den Preisträgern den Rat, sich gut auf fremdkulturelle Partnern vorzubereiten: "Nur wer den Gegner und sich selbst gut kennt, kann in 1 000 Schlachten siegreich sein. Internationale Handlungskompetenz ist eine notwendige Voraussetzung für erfolgreiche und für alle Seiten zufrieden stellende Kommunikation, Begegnungen und Kooperation zwischen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen".

Katrin Dietrich aus der Fakultät Sozialwesen, gab einen Erfahrungsbericht. Sie begrüßte die Gäste mit einem Schwedischen Spruch: "Jag hälsar Dig, vänaste land uppa jord, /: Din sol, Din himmel, Dina ängder gröna.:/", was übersetzt bedeutet: "Ich grüße dich, freundliches Land auf der Erde, deine Sonne, deinen Himmel, deine grünen Wiesen".

Sie stellte in ihrem Vortrag die unterschiedliche Kultur Schwedens zu Deutschland unter dem Titel "everything is possible here…" dar. Gleich zu Beginn ihres Aufenthalts wurde Sie mit der extremen Wohnungsnot in Stockholm konfrontiert. Wie sie feststellte, lösen die Stockholmer das Problem häufig mit einem Wohnsitz auf einem Boot. Katrin Dietrich absolvierte ihr Praktikum in einer "dagliga verksamhet" ein Integrationsprojekt, das Menschen mit Handicaps auf einen Arbeitsplatz im ersten Arbeitsmarkt vorbereiten soll.

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