Promotion zur Wechselwirkung von Rohren mit Verfüllbaustoffen

31.05.2021
Von: IAFW

Als dritter Dr.-Ing. hat Dominik Wolfrum von der OTH Regensburg im März 2021 im Fachbereich Geotechnik seine Promotion an der Universität Hannover erfolgreich abgeschlossen.

Promovend Dr. Dominik Wolfrum.

Promovend Dr. Dominik Wolfrum. Foto: Fotohaus Zacharias

Solche Rohre werden mit zeitweise fließfähigen, selbstverdichtenden Verfüllbaustoffen (ZFSV) eingebettet, um Lärm- und Staubemissionen zu verringern.

Solche Rohre werden mit zeitweise fließfähigen, selbstverdichtenden Verfüllbaustoffen (ZFSV) eingebettet, um Lärm- und Staubemissionen zu verringern. Foto: Siemens Energy

Der Einsatz zeitweise fließfähiger, selbstverdichtender Verfüllbaustoffe (ZFSV) ermöglicht die Schonung von Sand – und Kieslager, die Vermeidung von Abfällen im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, die Verringerung u. a. von Lärm- und Staub-Emissionen und somit auch die Reduzierung von Kohlendioxid. Relativ wenige wissenschaftlich abgesicherte Erkenntnisse liegen zum Wechselwirkungsverhalten thermisch beanspruchter Rohre mit der ZFSV-Bettung und dem umgebenden Boden vor. Insbesondere fehlen Berechnungsmodelle, die eine zuverlässige Bemessung von z. B. Fernwärme- und Stromrohren ermöglichen.

Während seiner Promotion untersuchte Dominik Wolfrum zunächst die Wechselwirkung thermisch beanspruchter Rohre mit der ZFSV-Bettung mittels vielfältiger Laborversuche und Messtechniken und arbeitete die maßgebenden Einflussgrößen heraus. In seiner Promotion beschreibt und quantifiziert Wolfrum die von den Relativverschiebungen von Rohr und ZFSV-Bettung abhängigen, mobilisierbaren Widerstände. Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen leitet Dominik Wolfrum vereinfachte, jedoch gut abgesicherte Ansätze ab, die in praxisrelevanten Berechnungsverfahren implementiert werden können. Weiterhin kommt der Dissertation zusätzliche Bedeutung zu, da sich der Promovend nicht nur auf das Wechselwirkungsverhalten der Rohroberfläche mit ZFSV-Bettung beschränkt, sondern auch die Erkenntnisse der Modellierbarkeit von ZFSV mittels Stoffgesetzten in allgemeinen FEM-Programmen, wie z. B. Plaxis hinsichtlich weiterer Aufgabestellungen in der Bodenmechanik und im Grundbau erweitert.

Sein Betreuer an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) Prof. Dr. Thomas Neidhart ist überzeugt: „Die in der vorliegenden Dissertation dokumentierte, umfassende Bearbeitung und Bewältigung der Aufgabenstellung gelingen nur, wenn man sich, wie von Herrn Wolfrum vorbildlich umgesetzt, bereits während des Studiums mit Abschlussarbeiten, als studentische Hilfskraft und als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der OTH Regensburg kontinuierlich mit der komplexen Thematik beschäftigt.“

Die Forschungsarbeit wurde im Rahmen des geförderten Forschungsprojektes "Kompakte Übertragungsleitung für hohe Gleichspannungen" vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) erstellt und somit ermöglicht. Dominik Wolfrum dankt dem BMWi und auch den wichtigen Anregungen, die die industriellen und universitären Partner im Forschungsprojekt beigesteuert haben. 

Die Doktorarbeit wurde als kooperative Promotion zwischen dem Fachbereich Geotechnik der OTH Regensburg unter der Betreuung von Prof. Dr. Thomas Neidhart und Prof. Martin Achmus von der Leibnitz-Universität Hannover durchgeführt und kann online abgerufen werden.

Zurück

Nachrichten