Doktoranden- und Doktorandinnenseminar im Geozentrum in Windischeschenbach

09.06.2015
Von: Katja Meier

Promovierende der OTH Regensburg folgten der Einladung des Vorsitzenden der Stiftung zur Förderung der OTH Regensburg, Gert Wölfel, und besuchten das Geozentrum an der Kontinentalen Tiefbohrung (KTB) in Windischeschenbach.

Promovierende der OTH Regensburg zu Besuch am Geozentrum an der Kontinentalen Tiefbohrung (KTB) in Windischeschenbach. Foto: OTH Regensburg

Promovierende der OTH Regensburg zu Besuch im Geozentrum an der Kontinentalen Tiefbohrung (KTB) in Windischeschenbach. Foto: OTH Regensburg

Dr. habil. Frank Holzförster, wissenschaftlicher Leiter der Umweltstation, und Gert Wölfel begrüßten eingangs die Gäste und erläuterten kurz die Hintergründe zu der 1998 entstandenen Informations- und Begegnungsstätte für Wissenschaft, Schule und Öffentlichkeit, die sich mit dem komplexen System Erde befasst. Geowissenschaftler bohrten hier in Windischeschenbach 9.101 Meter tief in die Erdkruste – das tiefste Loch der Welt in hartem kristallinem Festgestein.

Auftakt bildete am 29. April ein Besuch der Dauerausstellung "System Erde". Die Ausstellung bot den Promovierenden Einblicke in geowissenschaftliche Phänomene und Zusammenhänge des dynamischen Systems der Erde, wie Vulkanismus, Gebirgsbildungen, Erbeben, Magnetfeld, Kontinentaldrift, Klima, Wasser, Gestein, Erdwärme und Leben. 

Neben Erläuterungen zum Aufbau einer Bohrung, der Bohrgeräte und Arbeitsabläufe im Bohrturm erhielten die Doktorandinnen und Doktoranden im Rahmen der anschließenden Führung über den Bohrplatz und der Besichtigung des mit 83 Meter höchsten Landbohrturms der Erde auch die Gelegenheit, das tiefste Teil der Welt in den Händen zu halten: ein Stein, der aus dem Erdinneren in rund 9.000 Meter Tiefe gewonnen wurde.

Die Stiftung zur Förderung der OTH Regensburg unterstützt das OTH-Doktoranden- und Doktorandinnenseminar. Gert Wölfel lud die Promovierenden ein, um einen Austausch zwischen Theorie und Praxis zu ermöglichen.

Dr. habil. Frank Holzförster beleuchtete im Anschluss an die Führung in seinem Vortrag "Fracking – eine Methode zur Schaffung von Wegsamkeiten in der Tiefe" die Methode Fracking neutral aus geowissenschaftlicher Perspektive. Er zeigte auf, dass Fracking in Deutschland bei Erdgas bereits seit über 30 Jahren erfolgreich umgesetzt wird. Neben den technischen Möglichkeiten, Hauptanwendungsgebieten und Methoden im Einzelnen ging Dr. habil. Frank Holzförster auch auf mögliche Risiken des Verfahrens und die aktuelle Diskussion ein.

Mit dem Impulsvortrag "Herausforderung Energiewende – Stromnetze im Wandel" stellte Matthias Haslbeck, Doktorand an der Fakultät Elektro- und Informationstechnik, den Teilnehmenden einen Teil seiner Forschungsarbeit vor. Er startete mit einem kurzen Überblick über die Entwicklung der Energiewende seit 1986 mit dem Ziel des Atomausstiegs bis 2022.

Werden derzeit 28 Prozent der Energie aus regenerativen Energien gewonnen, sollen es 2050 80 Prozent sein. Die Energiewende steht vor großen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technischen Herausforderungen. Die größte technische Herausforderung stellt dabei die Notwendigkeit neuer Transportwege dar. Smart grid ist hier ein Lösungsvorschlag. "Man muss sich fragen, was man mit all der Intelligenz will", schließt Matthias Haslbeck seinen Beitrag.

Im Anschluss an die Fachvorträge diskutierten die Promovierenden über die Speicherbarkeit erneuerbarer Energien.

OTH-Doktoranden- und Doktorandinnenseminar

Das OTH-Doktoranden- und Doktorandinnenseminar ist Bestandteil des OTH-Verbunds und eingebettet in den gemeinsamen Entwicklungsplan. Ziel ist es, die Attraktivität und die Qualität der Promotionsphase an der OTH für alle Doktoranden und Doktorandinnen weiter zu erhöhen.

Das OTH-Doktoranden- und Doktorandinnenseminar bietet allen kooperativ Promovierenden überfachliche Zusatzqualifikationen, die Vernetzung mit anderen Promovierenden, potenziellen Arbeitgebern und weiteren relevanten Akteuren der Region sowie die Möglichkeit der Immatrikulation.

Das OTH-Doktoranden- und Doktorandinnenseminar wird aus Mitteln des Programmtitels "Technische Hochschule" sowie durch Mittel der Stiftung zur Förderung der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg unterstützt.

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