Alles digital: Europäisches Forschungsprojekt setzt auf Vernetzung

16.07.2018
Von: Alexandra Wachschütz, Infineon Technologies Austria AG; Stabsstelle ÖA

iDev40 ist das größte länderübergreifende Forschungsprojekt der OTH Regensburg gemessen am Gesamt-Projektvolumen und an der Anzahl der beteiligten Partner. Prof. Dr. Wolfgang Mauerer und Prof. Dr. Thomas Schlegl wirken am Projekt mit.

Von links nach rechts: Jochen Hanebeck, Peter Kaiser, Sabine Herlitschka, Michael Wiesmüller, Bert de Colvenaer, und Max Lemke.

Von links nach rechts: Jochen Hanebeck (COO Infineon Technologies AG), Peter Kaiser (Landeshauptmann Kärnten), Sabine Herlitschka (CEO & CTO Infineon Technologies Austria AG), Michael Wiesmüller (bmvit - Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, Leiter der Abteilung Schlüsseltechnologien für die industrielle Innovation), Bert de Colvenaer (Executive Director ECSEL JU) und Max Lemke (Head of Unit for Technologies and Systems for Digitising Industry, European Commission).

Bei der Auftaktveranstaltung des europäischen Forschungsprojekts iDev40 in Villach, Österreich, am 14. Juni 2018.

Bei der Auftaktveranstaltung des europäischen Forschungsprojekts iDev40 in Villach, Österreich, am 14. Juni 2018. Fotos: Infineon Technologies Austria

Unter der Leitung von Infineon Austria startete am 14. Juni 2018 das europäische Forschungsprojekt iDev40 (Integrated Development 4.0). Dabei forschen 38 Partner aus sechs Ländern an der intelligenten Vernetzung von Entwicklungs- und Produktionsprozessen für elektronische Komponenten und Systeme. Mit einem Projektvolumen von 47 Millionen EUR zählt iDev40 zu den größten europäischen Forschungsvorhaben mit Schwerpunkt auf Digitalisierung über die gesamte Wertschöpfungskette und Industrie 4.0. 

iDev40 ist das größte Projekt der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) – gemessen an der Anzahl der beteiligten Partner und am Gesamt-Projektvolumen. Als Vertreter der OTH Regensburg sind Prof. Dr. Wolfgang Mauerer, Leiter des Labors für Digitalisierung an der Fakultät Informatik und Mathematik, und Prof. Dr. Thomas Schlegl, Leiter des Labors Regensburg Robotics Research Unit (RRRU) an der Fakultät Maschinenbau, am Projekt beteiligt. Bei der Antragsstellung hat das Projekt außerdem von der EU-Forschungsreferentin Susanne Deisböck des Instituts für Angewandte Forschung und Wirtschaftskooperationen (IAFW) der OTH Regensburg, Unterstützung erhalten. 

Stärkung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit

Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre gesamten Prozesse in eine weltweit vernetzte, digitale Wertschöpfungskette zu integrieren. „Wer die Digitalisierung richtig nutzt, macht die Entwicklung, Fertigung und Logistik schneller, flexibler und kostengünstiger“, sagte Jochen Hanebeck, Chief Operations Officer der Infineon Technologies AG. „Ziel von iDev40 ist es, hochkomplexe Prozesse mit Methoden der künstlichen Intelligenz zu automatisieren und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die neuen Aufgabenschwerpunkte der Zukunft auszubilden. So stärken wir die Innovationskraft und globale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Elektronikbranche.“ 

„Nur durch die Bündelung der Kräfte wird Europa als Innovations- und Wirtschaftsstandort führend sein, ist doch die Mikro- und Nanoelektronik eine Schlüsseltechnologie für viele andere innovative Industrien“, sagte Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende der Infineon Technologies Austria AG. Herlitschka setzt auf länderübergreifende Zusammenarbeit in der Forschung: „Infineon Austria bringt in das Projekt sein Know-how als eines der forschungsstärksten Unternehmen und als Vorreiter von Industrie 4.0 in Österreich sowie als Koordinator großer europäischer Forschungsprojekte ein.“ 

Alles digital: Wissen, Entwicklung und Produktion 

Drei Themen stehen im Mittelpunkt des dreijährigen europäischen Forschungsprojekts: sicheres Daten- und Wissensmanagement im Produktlebenszyklus, digitaler Informationsfluss sowie Innovationen in der Lieferkette. Intelligentes  Datenmanagement bietet einen sicheren Zugang zu Informationen für Menschen und Systeme. Es ermöglicht schnelles Lernen aus großen Datenmengen.

Entwicklungs- und Fertigungsteams werden standortunabhängig miteinander vernetzt und kommunizieren entlang der Wertschöpfungskette in Echtzeit. Prozesse können durch digitale Fabrik- und Produkt-Zwillinge virtuell abgebildet und dadurch ganzheitlich und umfassend simuliert werden. Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen spielen dabei eine entscheidende Rolle. 

Die Arbeitsplätze der Zukunft sichern

Ein wichtiger Forschungsaspekt von iDev40 ist die Weiterentwicklung der Arbeitsplätze der Zukunft. Dies betrifft einerseits neue Tätigkeitsprofile als auch die benötigten Kompetenzen, um mit hochautomatisierten, komplexen Systemen zu interagieren.

Das Projekt trägt dazu bei, mittel- bis langfristig mehr als 15.000 Arbeitsplätze in den am Projekt beteiligten Unternehmen zu sichern. Weltweit sind das rund 50.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Projektpartner entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Bereich elektronische Komponenten und Systeme. 

Projektstart mit hochrangigen Teilnehmern aus ganz Europa

Hochrangige Projektpartner nahmen an der Auftaktveranstaltung von Infineon Austria in Villach teil. Das Förderumfeld und die Politik wurden repräsentiert durch Max Lemke (Referatsleiter „Technologien und Systeme für die Digitalisierung der Industrie", Europäische Kommission, Generaldirektion CONNECT), Bert De Colvenaer (Executive Director von ECSEL Joint Undertaking), Michael Wiesmüller (Abteilungsleiter Informations-, industrielle Technologien und Raumfahrt beim österreichischen Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie) und Peter Kaiser (Landeshauptmann des Landes Kärnten). 

Als Private Public Partnership erhöht iDev40 die globale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Mikroelektronikindustrie. Es vereint Investitionen aus Industrie, einzelnen Ländern sowie durch ECSEL (Electronic Components and Systems for European Leadership) Joint Undertaking. iDev40 wird, neben Investitionen der Industrie, kofinanziert durch Förderungen aus Österreich (BMVIT), Belgien, Deutschland, Italien, Rumänien und Spanien sowie dem ECSEL Joint Undertaking. 

Folgende 38 Projektpartner aus sechs Ländern arbeiten bei iDev40 mit:

  • Deutschland: camLine GmbH, eccenca GmbH, Elmos Semiconductor AG, Fern-Universität Hagen, Fraunhofer Institute for Integrated Systems and Device Technology, Giesecke+Devrient Mobile Security GmbH, Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, Hochschule Zittau/Görlitz, Infineon Technologies AG, Infineon Technologies Dresden GmbH, Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg, SYSTEMA GmbH, Technische Universität Dresden, University of Siegen, Westsächsische Hochschule Zwickau 
  • Österreich: Austrian Institute of Technology GmbH, AVL List GmbH, Infineon Technologies Austria AG, Infineon Technologies IT-Services GmbH, CISC Semiconductor GmbH, evolaris next level GmbH, KAI Kompetenzzentrum Automobil- und Industrieelektronik GmbH, Know Center GmbH, Kompetenzzentrum - Das Virtuelle Fahrzeug Forschungsgesellschaft mbH, TTTECH Computertechnik AG, Technische Universität Wien, Universität Klagenfurt
  • Belgien: Sirris, Yazzoom
  • Italien: Infineon Technologies Italia S.r.l., University of Milan-Bicocca
  • Rumänien: Infineon Technologies Romania & Co SCS, Technical University of Cluj-Napoca, University Politehnica of Bucharest
  • Spanien: Akting Ingeniaritza, SL, Fundacion Tecnalia Research & Innovation, JEMA Energy S.A., Ibermatica 
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