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In vier Testaten zur perfekten CAD-Konstruktion

30.04.2019
Von: Tanja Rexhepaj

Prof. Dr. Phleps, Fakultät Maschinenbau, setzt in der Lehre auf Feedback in mehreren Testaten. – Unter dem Titel „Serie: Lehre“ stellen wir ausgewählte Beispiele aus den acht Fakultäten der OTH Regensburg vor, die einen Einblick in die Vielfalt der Lehre geben.

Prof. Dr. Ulrike Phleps von der Fakultät Maschinenbau geht im Modul „Konstruktion/CAD“ die Entwürfe der Studierenden einzeln mit ihnen durch.

Prof. Dr. Ulrike Phleps von der Fakultät Maschinenbau geht im Modul „Konstruktion/CAD“ die Entwürfe der Studierenden einzeln mit ihnen durch. Foto: Florian Hammerich, OTH Regensburg

„Die Lehre war für mich die Motivation, aus der Industrie an die Fachhochschule zu kommen.“ Dr. Ulrike Phleps ist Professorin an der Fakultät Maschinenbau der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg), wo sie das Fach Konstruktion lehrt. Nach ihrem Studium an der Technischen Universität München war sie bei der Hilti AG sowie bei der KUKA Roboter GmbH zuletzt in leitender Position tätig. 

Das Hochschulmagazin „OTH Regensburg aktuell“ hat sie in ihrem Kurs „Konstruktion/CAD“ besucht. Dieses Modul ist sowohl im Studiengang Maschinenbau als auch im Studiengang Produktions- und Automatisierungstechnik im dritten beziehungsweise vierten Semester verpflichtend zu absolvieren. Mit 120 Stunden veranschlagtem Eigenstudium wird den Studierenden einiges abverlangt; am Ende des Kurses steht eine Studienarbeit als Prüfungsleistung.

Testate geben kontinuierliche Rückmeldung

Entsprechend straff organisiert hat Prof. Dr. Phleps den Unterrichtsablauf: Vier sogenannte Testate, über das Semester verteilt, geben den Studierenden kontinuierlich Rückmeldung zu ihrer zu erstellenden Konstruktionsarbeit. Trotz hoher Anforderungen geht es Prof. Dr. Phleps vor allem darum, den Studierenden die Angst zu nehmen: „Gute Lehre ist, einen Raum zu öffnen, in dem Interessierte angstfrei agieren können.“

Auf dem Stundenplan steht an diesem Tag die Nachbesprechung zu Testat zwei. Prof. Dr. Phleps kennt ihre Gruppe genau und fragt nach den Problemen jedes Einzelnen. Die Entwürfe zu einem autonomen Transportsystem inklusive der Fahrantriebe sind sehr unterschiedlich geworden: Da fehlt ein Rechenweg zum Festigkeitsnachweis, dort ist die gewählte Radaufhängung mit Schwierigkeiten behaftet, bei einem dritten Entwurf stehen die Kugellager im Mittelpunkt der Kritik. 

An Beispielen gemeinsam lernen

An den Beispielen lernt die gesamte Gruppe, was es bis zum präzisen CAD-Entwurf zu beachten gilt. Neben der reinen Technik werden die im beruflichen Alltag unabdingbaren Zusatzanforderungen, wie beispielsweise die Erstellung von Stücklisten oder Konstruktionsbegründungen, stets im Auge behalten. „Es geht mir auch darum, dass die Studierenden die Erfahrungen, die sie hier machen, mit ihren Alltagserfahrungen verknüpfen können“, sagt Prof. Dr. Phleps. Niemand solle schon beim Wort „Mechanik“ innerlich zusammenzucken.

Um dieses Ziel zu erreichen, nimmt sich Prof. Dr. Phleps Zeit für individuelle Fragen: Nach Unterrichtsende stehen etliche Studierende bei ihr Schlange. Dabei geht es um fachliche Nachfragen genauso wie um Organisatorisches. „Wenn ich die Studierenden dazu bringe, selbst zu denken, selbst zu hinterfragen, vielleicht sogar drei Sätze aus jeder Veranstaltung mitzunehmen, dann weiß ich, dass es gepasst hat.“ 

Dieser Beitrag erschien auf Seite 4 der Ausgabe 01/2019 von „OTH Regensburg aktuell“.

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