Aktuelles / Termine

Masterstudiengang Advanced Nursing Practice startet 2018

13.10.2017
Von: Dr. Kerstin Pschibl

Einen Schlussstein im Aufbau der pflegewissenschaftlichen Studiengänge kann die Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften mit Advanced Nursing Practice setzen. Der konsekutive Masterstudiengang startet im Sommersemester 2018.

Prof. Dr. Klaudia Winkler, Vizepräsidentin der OTH Regensburg

Prof. Dr. Klaudia Winkler, Vizepräsidentin der OTH Regensburg, stellt den neuen Masterstudiengang Advanced Nursing Practice vor. Foto: OTH Regensburg

Die Fakultät lud am 28. September zu einer Informationsveranstaltung für Fachvertreterinnen und -vertreter aus den Kliniken ein. Mit dem Masterstudiengang „Advanced Nursing Practice (ANP)“ wird den Absolventinnen und Absolventen des dualen B. Sc. Pflege ein weiterführendes Studium angeboten, das zum einen dem Bedarf der Kliniken in der Region nach hochqualifizierten Pflegeexpertinnen und –experten entgegenkommt und zum anderen die Möglichkeit bietet, die akademische Laufbahn bis zur Promotion weiterzuverfolgen. Der Masterstudiengang wird in Kooperation mit der Evangelischen Hochschule Nürnberg durchgeführt.

Die Vizepräsidentin der OTH Regensburg, Prof. Dr. Klaudia Winkler, hob die Bedeutung einer Anschlussqualifikation für die Studierenden in den pflegewissenschaftlichen Bachelorstudiengängen hervor. Nach sechs Jahren Akademisierung der Gesundheitsfachberufe an der Fakultät werde es jetzt Zeit für den nächsten Schritt. “Die Kliniken wünschen sich schon lange Masterabsolventinnen und -absolventen, die in der Region ausgebildet werden und – hoffentlich – auch in der Region bleiben“.

Der Dekan der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften betonte, dass der Masterstudiengang das „Portfolio der Fakultät“ sehr gut ergänze. In der Zusammenarbeit mit der Evangelischen Hochschule Nürnberg könnten Kompetenzen gebündelt werden.

Erweiterte und vertiefte Pflegepraxis

Prof. Dr. Jürgen Härlein, Studiengangleiter des Bachelorstudiengangs Angewandte Pflegewissenschaften an der Evangelischen Hochschule Nürnberg führte aus, dass es neben einer weiterführenden Perspektive für die Bachelorabsolventen/innen auch um die Weiterentwicklung der Pflege insgesamt gehe. So stoße die Akademisierung auch einen „Kulturwandel in der Praxis“ an.

Beim Masterstudiengang „Advanced Nursing Practice“ zeige schon der Titel, dass es um die erweiterte bzw. die vertiefte Pflegepraxis gehe. Es würden wissenschaftstheoretische Bezüge hergestellt, Grundlagen zum Konzept „Advanced Nursing Practice“ (ANP) vermittelt und das Clinical Assessment vertieft. Wesentlicher Bestandteil des Studiums sei auch der Bereich der „Klinischen Ethik“ und natürlich auch der „Forschungsethik“. 

Prof. Dr. Susanne Schuster, Leiterin des neuen Masterstudiengangs an der Nürnberger Hochschule, stellte die Berufspolitik und das Empowerment in interdisziplinären Teams in den Vordergrund. Es sei auch wichtig, die Absolventinnen und Absolventen für die Diskussionen mit anderen Professionen „fit zu machen“.

Intensive Theorie-Praxis-Bezüge

„Die Studierenden sollen befähigt werden, eine evidenzbasierte Pflegepraxis einführen, erproben, evaluieren und leiten zu können“, sagte Prof. Dr. Mohr, Studiengangleiterin des dualen B. Sc. Pflege in Regensburg. Die „Reflective Practitioner“ des Bachelorstudiengangs werden nun mit komplexeren Herausforderungen konfrontiert und auf erweiterte Aufgaben in der Pflegeprozessgestaltung vorbereitet.

Intensive Theorie-Praxis-Bezüge, abgestimmt auf die jeweiligen Praxiseinrichtungen seien Bestandteil der Lehre. „Es werden Praxisprojekte in den Kliniken vor Ort durchgeführt und vermutlich werden auch die meisten Abschlussarbeiten konkrete Fragestellungen der klinischen Praxis zum Inhalt haben“, so Mohr.

Die Regensburger Studiengangleiterin des Masterstudiengangs „Advanced Nursing Practice“, Prof. Dr. Annette Meussling-Sentpali betonte, dass auch die aktuellen (technischen) Trends und Herausforderungen im Bereich „Pflege“ Eingang in das Curriculum finden werden. Im Modul „Gesundheits- und Versorgungssysteme“ würden u.a. die verschiedenen Aspekte der neuen Technologien, Assistenzsysteme und Robotik diskutiert. Besonders wichtig seien in diesem Zusammenhang auch die ethischen Fragestellungen. 

Schwerpunkte Psychiatrische Pflege und Akutpflege

In den individuell zu wählenden Schwerpunkten Psychiatrische Pflege und Akutpflege wird fachspezifisches Wissen vertieft und erweitert, um über Expertenwissen und Know-how in dem jeweiligen pflegerischen Bereich für eine künftige Tätigkeit als Pflegeexpertin oder Pflegeexperte zu verfügen. Der Bereich der Gerontologie war ursprünglich als dritter Schwerpunkt eingeplant, so Meussling-Sentpali. „Wir haben uns aber entschieden, diesen wichtigen Aspekt als Modul für alle Studierenden anzubieten“.

Der konsekutive Masterstudiengang startet im Sommersemester 2018 an beiden Hochschulen und führt in drei Semestern Vollzeitstudium mit 90 ECTS zum Master of Science. Die Präsenzzeiten finden im zweiwöchentlichen Turnus an aufeinanderfolgenden Wochentagen je nach Modul in Regensburg oder Nürnberg statt.

Die Studierenden entscheiden sich vor der Immatrikulation für einen individuellen Vertiefungsbereich. Die „Akutpflege“ ist in Nürnberg und die „Psychiatrische Pflege“ in Regensburg verortet.

Zurück