Großes Interesse an neuem Studiengang Hebammenkunde

08.05.2019
Von: Dr. Kerstin Pschibl

Zum Infoabend über den neuen Studiengang Hebammenkunde waren zahlreiche Interessierte gekommen. Prof. Dr. Klaudia Winkler stellte Inhalte und Zielsetzung vor. Studienstart ist im Wintersemester 2019/2020.

Vizepräsidentin Prof. Dr. Klaudia Winkler stellt im vollen Hörsaal den neuen Bachelorstudiengang Hebammenkunde vor, der im Wintersemester 2019/2020 an der OTH Regensburg an den Start geht. Foto: Adelheid Bleicher

Vizepräsidentin Prof. Dr. Klaudia Winkler stellt im vollen Hörsaal den neuen Bachelorstudiengang Hebammenkunde vor, der im Wintersemester 2019/2020 an der OTH Regensburg an den Start geht. Foto: Adelheid Bleicher

Der Platz im größten Hörsaal der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) reichte am 29. April 2019 nicht aus; etwa 130 Interessierte drängten sich beim Infoabend zum neuen Studiengang Hebammenkunde, einige Begleitpersonen mussten ihre Plätze freigeben und warteten vor der Tür.

Vizepräsidentin Prof. Dr. Klaudia Winkler stellte den Studiengang vor, der im Wintersemester 2019/2020 startet. Der Bachelorstudiengang Hebammenkunde, der 210 Creditpoints umfasst und mit einem B.Sc. abschließt, enthält alle theoretischen, fachpraktischen und praktischen Inhalte, die bisher zur Berufszulassung als Hebamme führten. Innerhalb der sieben Semester wird außerdem die Staatliche Prüfung abgenommen. 

Ergänzt werden diese Inhalte durch Hochschulmodule im Bereich des wissenschaftlichen und forschenden Arbeitens sowie des evidenzbasierten Handelns. „Wir wollen Hebammen ausbilden, die in der Lage sind, wissenschaftlich fundiert zu handeln und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse in ihr berufliches Handeln zu integrieren“, sagte Prof. Dr. Klaudia Winkler.

3.000 Stunden in der Praxis

Die praktische Ausbildung wird in den kooperierenden Kliniken in Ostbayern abgeleistet, die in Blockwochen organisierte Praxiseinsätze wechseln mit Blockwochen an der Hochschule ab. Im vierten Semester sind die Studierenden ausschließlich in der Praxis. Parallel findet eine Praxisbegleitung an der Hochschule statt. „Der Studiengang entspricht den berufsrechtlichen Vorgaben. Er umfasst unter anderem Praxiseinsätze im Umfang von 3.000 Stunden“, so Prof. Dr. Klaudia Winkler. „Die Organisation dieser Praxiseinsätze ist eine große Herausforderung“. 

Für den Studiengang ist eine Professur „Hebammenwissenschaft“ ausgeschrieben, weitere Dozierendenstellen werden folgen. „Wir können an der Fakultät auf viel Erfahrung im Aufbau neuer Studiengänge im Bereich der Gesundheitswissenschaften zurückgreifen und haben außerdem ein engmaschiges Netz von Kooperationspartnern“, betonte Prof. Dr. Winkler.

Berufsbild Hebamme

Astrid Giesen von der Koordinierungsstelle für die Hebammenversorgung am Gesundheitsamt der Stadt und des Landkreises Regensburg stellte den Studieninteressierten das „Berufsbild Hebamme“ vor. Hebammen betreuen selbstständig Frauen während der Schwangerschaft, der Geburt, im Wochenbett und im ersten Lebensjahr des Kindes. Sie arbeiten im Team, bei Problemen werden Ärztinnen und Ärzte hinzugezogen. 

Astrid Giesen, die seit 35 Jahren als Hebamme arbeitet, konnte ihre Leidenschaft für den Beruf vermitteln: „Bei der Geburt eines neuen Menschen dabei sein zu dürfen, ist ein Geschenk“. Sie machte aber auch deutlich, dass dieser Beruf hohe Anforderungen mit sich bringt. Neben Wochenend- und Nachtschichten sei auch die große Verantwortung eine hohe Herausforderung.

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